Automatisierung für Gummi und Mischungen

Charge für Charge. Dieselbe Mischung.

Elektrik und Software für den Mischsaal und die nachgelagerten Linien: Verwiegung in der Toleranz, Zyklen, die jedes Mal gleich ablaufen, und zu jeder Charge die Daten, die das belegen.

In der Gummiverarbeitung

Nach der Presse korrigiert man nichts mehr. Es zählt, was vorher passiert.

Eine Verwiegung außerhalb der Toleranz, eine zu heiß ausgeworfene Charge, ein Fell, das gestapelt wird, bevor es abgekühlt ist: Bei Gummi entsteht der Fehler weiter vorn und zeigt sich am Rheometer oder, schlimmer, am fertigen Teil. Deshalb hat die Steuerung zwei Aufgaben: jedes Mal denselben Zyklus fahren und festhalten, wie er gelaufen ist.

Die Steuerung ist unsere Arbeit, von der Rußwaage bis zur Presse: Wir planen sie, bauen sie, programmieren sie und nehmen sie in Betrieb. Wir arbeiten für das Werk, dessen Maschine in Ordnung ist und dessen Steuerung erneuert werden muss, und für den Maschinenbauer, der eine neue Maschine konstruiert.

Ein stehender Reifen, stufenförmig aufgeschnitten: unter dem Gummi der Lauffläche die Nylonbandage, die beiden gekreuzten Stahlgürtel und die Karkasslage mit radialen Fäden; im herausgeschnittenen Segment der ganze Querschnitt mit dem Wulstkern; auf der Seitenwand die erhabene Reifengröße.

Von der Verwiegung bis zur Presse

Gewicht, Temperatur, Geschwindigkeit, Zeit. An jeder Maschine führt eine davon.

  1. Die Rohstoffe · Verwiegung

    Außerhalb der Toleranz stoppt die Beschickung.

    Ruß und Kieselsäure aus den Silos, Öle in die Mischkammer eingespritzt, Polymere auf dem Band, Chemikalien im Beutel. Die automatischen Waagen dosieren im Grob- und Feinstrom und korrigieren den Nachlauf selbst. Im Chargenprotokoll steht das Istgewicht der Rohstoffe neben dem Sollgewicht aus dem Rezept.

    Nahaufnahme des Reifenquerschnitts: die Drähte des Wulstkerns im Wulst, die helle Karkasslage, die sie umschlingt und an der Seitenwand hochläuft, die Kanten der Gürtel unter der Lauffläche.
  2. Die Charge · Innenmischer

    Der Zyklus ist ein Rezept in Schritten.

    Rotordrehzahl, Stempeldruck, Beschickung, Reinigung: Jeder Schritt hat seine Werte und seine Weiterschaltbedingung. Ausgeworfen wird nach Temperatur, Energie oder Zeit, je nach Mischung. Mischkammer, Rotoren und Entleerklappe sind temperiert; von der Charge bleiben die Temperatur- und Leistungskurven.

    Nahaufnahme der Karkasslage: helle, gezwirnte Korde, parallel, auf dem schwarzen Gummi; am Rand die ersten Stahldrähte des Gürtels.
  3. Das Fell · Auswurf und Batch-off-Anlage

    Geschwindigkeiten in Kaskade, Fell ohne Abriss.

    Doppelschneckenextruder oder Walzwerk formen das Fell; danach Trennmittelbad, Hängekühlung, Stapler. Die Geschwindigkeiten laufen in Kaskade: Das Fell reißt nicht, staut sich nicht und bleibt lange genug in der Hängekühlung, um abzukühlen. Die Palette wird nach Gewicht abgeschlossen und bekommt das Etikett mit dem Los.

    Nahaufnahme des Reifeninneren, vom Schnitt aus gesehen: die schwarze, glatte Innenseele mit feinen Linien, zwischen den beiden Wülsten; darüber die hellen Korde der Karkasslage.
  4. Das Profil · Extrusionslinie

    Das Metergewicht koppelt Schnecke und Bänder.

    Das Metergewicht, von der Waage gemessen, korrigiert die Bandgeschwindigkeit im Verhältnis zur Schneckendrehzahl. Zylinder und Spritzkopf sind zonenweise temperiert; wird der maximale Druck im Kopf überschritten, bleibt die Schnecke stehen. Schrumpfrollenbahn, Kühlrinne und Ablängmaschine folgen der Linie.

    Nahaufnahme der Lauffläche: das schwarze Band mit den Längsrillen, den Einschnitten an der Schulter und den Lamellen.
  5. Das gummierte Gewebe · Kalander

    Dieselbe Dicke, von Kante zu Kante.

    Der Walzenspalt wird nach der in der Linie gemessenen Dicke geregelt; Achskreuzung oder Walzengegenbiegung gleichen die Durchbiegung der Walzen aus, jede Walze mit eigener Temperierung. Der Zug wird zonenweise geregelt, vom Abwickler bis zum Aufwickler. Der Speicher erlaubt den Rollenwechsel, ohne die Gummierung anzuhalten.

    Nahaufnahme der Lagen unter der Lauffläche: zwei Gürtel aus gekreuzten Stahldrähten und darüber die Karkasslage.
  6. Die Vulkanisation · Pressen und Autoklaven

    Das Vulkanisationsrezept folgt der Form.

    Heizplattentemperatur, Schließdruck, Entlüftungshübe und Zeit wechseln mit der Form oder, im Autoklav, mit dem Artikel. Die Vulkanisationszeit beginnt, wenn die Presse unter Druck steht. Der Zyklus bleibt mit seinen Kurven aufgezeichnet; eine Heizplatte außerhalb des Toleranzbands sperrt die nächste Beschickung.

    Nahaufnahme der Seitenwand: die Größe 225/55 R17 97W erhaben auf dem schwarzen Gummi, zwischen der Schulter und dem Bogen des Wulstes.

Ihre Maschine ist hier nicht dabei? Schreiben Sie einem Techniker.

Zwei Namen aus der Gummiindustrie, die sich auf uns verlassen haben

Was wir für die Linie liefern

Die ganze Steuerung der Linie. Oder nur das Stück, das fehlt.

  • Der Schaltplan

    Ein einziges Blatt für Verdrahter und Instandhalter.

    Hauptmotor, Temperierung, Wägezellen, Sicherheitseinrichtungen an Trichter und Entleerklappe: ein einziger Plansatz für die ganze Linie, mit Klemmenplänen und Kabellisten, die dieselben Kennzeichen verwenden. Wer verdrahtet und wer die Störung sucht, lesen dasselbe Blatt.

  • Der Schaltschrank

    Gebaut, um mitten im Ruß zu stehen.

    Antriebe, Sicherheitstechnik und Wägetechnik in einem Schaltschrank, in unserer Werkstatt verdrahtet und gekennzeichnet. Wo Ruß ist, ein feiner, leitfähiger Staub, werden Schutzart und Kühlung in der Konstruktion festgelegt. Der Schaltschrank verlässt die Werkstatt mit seiner Konformitätserklärung nach CEI EN 61439.

  • Die SPS- und HMI-Software

    Das Panel sagt, warum der Mischer steht.

    Rezepte mit Rohstoffen, Toleranzen und Zyklusschritten, Auswurfkriterien, Chargenprotokoll. Am Bedienpanel liest man, in welchem Schritt der Innenmischer ist und warum er steht: welche Waage, welche Klappe, welche Freigabe fehlt.

  • Die Prüfung und die Inbetriebnahme

    In der Werkstatt geprüft, vor Ort kalibriert.

    Am eingeschalteten Schaltschrank prüfen wir in der Werkstatt Signale, Abläufe und Sicherheitseinrichtungen. In der Produktion bleiben noch die Kalibrierung der Waagen mit Prüfgewichten, die ersten echten Chargen und die Begleitung der Schicht, die die Linie fährt.

Fragen

Das werden wir aus dem Mischsaal gefragt.

Kurze Antworten. Den Rest sieht man vor der Maschine.

Der Innenmischer ist noch gut, die Steuerung ist dreißig Jahre alt. Kann man nur die Steuerung erneuern?

Ja. Es bleiben die Maschine, der Hauptmotor und die Feldverkabelung. Wir tauschen SPS, Bedienpanel und die Antriebe, für die es keine Ersatzteile mehr gibt; das Gehäuse passen wir an, wenn es in Ordnung ist, sonst bauen wir es neu. Den Leistungsumfang schreiben wir gemeinsam fest, vor dem Angebot. Retrofit: was bleibt, was sich ändert

Wir haben nur einen Innenmischer. Wie lange steht der Mischsaal?

Das hängt davon ab, wie viel Arbeit vorher erledigt wird: die Signale aufnehmen, den Schaltschrank in der Werkstatt prüfen, das Programm nach Ihren Rezepten schreiben. Für den Stillstand bleiben Anschlüsse, Prüfungen und die ersten Chargen. Das Stillstandsfenster wird nach dem Produktionsplan festgelegt; der alte Schaltschrank bleibt für die vereinbarte Zeit im Werk und lässt sich wieder anschließen.

Die Rezepte stecken im alten System, einige gibt es nur auf Papier. Müssen sie von Grund auf neu geschrieben werden?

Wir übertragen sie Mischung für Mischung ins neue System: aus der alten Steuerung, wo sie sich auslesen lassen, vom Papier, wo es nichts anderes gibt. Bevor wir etwas anfassen, sichern wir Programm, Parameter und Rezepte. Danach prüfen wir jedes Rezept gemeinsam, bei der ersten Charge, die es verwendet.

Der Kunde verlangt von uns die Rückverfolgbarkeit jeder Charge. Welche Daten bleiben erhalten?

Rezept, Istgewicht jedes Rohstoffs, Zeiten, Temperatur, Leistung und Energie des Zyklus, Auswurfkriterium, Alarme. Die Daten werden mit Los und Palette verknüpft und können an die Systeme des Werks übergeben werden, in einem Umfang, den wir mit deren Betreuern abstimmen.

Wir fahren kleine Lose mit Dutzenden Rezepten. Lohnt sich das Automatisieren?

Ja. Mit den Rezepten im System wechselt man die Mischung am Bedienpanel. Die Handverwiegung der Chemikalien kann bleiben, als geführte Verwiegung: Das Bedienpanel sagt, was zu verwiegen ist, die Waage kontrolliert, und die Charge startet nicht, wenn ein Rohstoff fehlt.

Schaltstange am Walzwerk, Verriegelungen an Trichter und Entleerklappe: Erneuern Sie die Sicherheitseinrichtungen selbst?

Ja. Wir beginnen mit der Risikobeurteilung, dann erneuern wir Sicherheitskreise und Logik: Halt über Schaltstange oder Reißleine mit Reversieren oder Auffahren der Walzen, Verriegelungen, Schutztüren, Reset. Bei der Prüfung testen wir die Sicherheitseinrichtungen eine nach der anderen. Wer für die Konformität verantwortlich ist, wird am Anfang festgelegt, mit dem Auftrag.

Die Linie bleibt mit einem Alarm stehen, den noch nie jemand gesehen hat. Wen rufen wir an?

Uns: Am Telefon antwortet, wer das Programm geschrieben hat. Das erste Jahr Service ist kostenlos. Hat die Linie einen sicheren, freigegebenen Fernzugriff, schalten wir uns von Mesero aus auf und lesen Alarme und Parameter aus.

Für den Anfang

Senden Sie uns die Maschine im Istzustand. Ein Foto, ein Rezept, ein Problem.

  1. Ein Foto der Maschine und des offenen Schaltschranks, mit dem Typenschild.

  2. Ein typisches Rezept, auch mit geschwärzten Namen: wie viele Rohstoffe, wie viele Schritte.

  3. Das Problem von heute: Ausschuss, Stillstände, Ersatzteile, die nicht mehr zu bekommen sind, Daten, die fehlen.

Das Formular nimmt Fotos, PDFs und Zeichnungen an. Die Antwort kommt von einem Techniker, innerhalb von 1–2 Werktagen.